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Neuraltherapie nach Huneke

Procain und seine Wirkung

Procain ist das in der Neuraltherapie eingesetzte Lokalanästhetikum. Diese Seite erklärt Wirkung, Anwendungsmöglichkeiten, mögliche Nebenwirkungen und häufige Fragen verständlich und strukturiert.

PROCAIN 1% Lösung

01 · Procain

Ein kurzwirksames Lokalanästhetikum mit regulatorischer Bedeutung

Das esterstrukturierte 1%ige Lokalanästhetikum Procain ohne Zusätze, mit einer Wirkdauer von ca. 20 Minuten, ist ideal für die Neuraltherapie geeignet.

Neben seiner Eigenschaft, die Reizleitung von Nervenzellen kurzfristig zu unterbrechen, wirkt Procain zusätzlich an unterschiedlichen Rezeptoren anderer Zellmembranen, die im Schmerzgeschehen und bei Entzündungen eine wesentliche Rolle spielen. Weiterhin wird in der Fachliteratur eine demethylierende Wirkung an Tumorzellen in vitro beschrieben.

Die breite Anwendbarkeit des Procain als Einzelmedikament bei sehr unterschiedlichen Erkrankungen resultiert aus den anatomisch-physiologischen Zusammenhängen des autonomen Nervensystems des Organismus und der zusätzlichen Wirkung des Procain an unterschiedlichen Zellsystemen.

Procain 1% ohne Zusätze als zentrales Mittel der Neuraltherapie.
Kurze Wirkdauer von ungefähr 20 Minuten.
Abbau vor Ort in DEAE und PABA.
Auf der Originalseite wird eine geringe Gewebetoxizität hervorgehoben.
Fachlicher Hintergrund

Procain 1% wird durch die körpereigene Pseudocholinesterase in kurzer Zeit vor Ort in Diethylaminoethanol (DEAE) und Paraaminobenzoesäure (PABA) gespalten, nicht in der Leber metabolisiert und über die Nieren ausgeschieden. DEAE wirkt zusätzlich gefäßdilatierend und damit durchblutungsfördernd, einem körpereigenen Mechanismus, der unter anderem den Abbau von Schmerzen und Entzündungen einleitet.

Die kurze Wirkdauer von Procain hat zusätzlich den Vorteil, dass der Organismus in seiner dynamischen Regulationsfähigkeit, die die Homöostase gewährleistet, nur kurzfristig eingeschränkt wird. Die kurzfristige Unterbrechung des vegetativen Nervensystems kann laut Originalseite helfen, den homöostatischen Zustand wieder zu erreichen.

02 · Indikationen

Was Sie von Neuraltherapie erwarten können

Da es sich bei der Neuraltherapie um ein modernes Regulationsverfahren mit Einflussnahme auf die Regelkreise des Organismus handelt, ist die Einsatzmöglichkeit breit gefächert. Die folgenden Themenbereiche fassen die Inhalte der Originalseite übersichtlich zusammen.

Allgemeinerkrankungen
Allergien, Alters- und Abnützungserkrankungen, Leistungsknick, postoperative Krankheiten, Störungen der Hormondrüsen.
Wirbelsäule
Zervikalsyndrom, Spondylosis, Osteochondrosis, Bandscheibenschaden und weitere Beschwerden der Wirbelsäule.
Muskeln & Gelenke
Bechterewsche Krankheit, Kreuzschmerzen, Alters-Hüftleiden (Coxarthrose), Hexenschuß, Kniebeschwerden, Gelenk- und Muskelrheuma, Arthritis, Steißbeinschmerzen, Bänderzerrungen, Muskelrisse und deren Folgen, Knochenhauterkrankungen nach Überanstrengung und Unfällen, Amputationsstumpfschmerzen, organische Durchblutungsstörungen an Armen und Beinen, Sudecksche Krankheit, Gefäßkrämpfe, Lymphabflußstauungen und Sportverletzungen. Gelenke: Arthrosis deformans (Alters- und Abnutzungserkrankungen).
Kopf & Nerven
Kopfschmerzen, Migräne, Kopfdruck, Folgen von Gehirnerschütterungen und Schädelbrüchen wie Schwindel, Gleichgewichtsstörungen oder Epilepsie als Unfallfolge, Arteriosklerose des Gehirns und Zustand nach Schlaganfall mit dem Ziel der Besserung der geistigen und körperlichen Beweglichkeit, manche Formen von Kreislaufstörungen, Haarausfall, Trigeminusneuralgien, Fazialislähmungen, Schlaflosigkeit. Nerven: Neuralgien aller Art, Nervenentzündungen, Ischias, Gemütsveränderungen nach Krankheiten oder Operationen, nervöse Organleiden, Gefühlsstörungen, funktionelle Erkrankungen, Schmerzzustände aller Art und Polyneuropathien.
Augen, Ohren, Nase & Hals
Augen: Glaukom (Grüner Star) und entzündliche Augenerkrankungen wie Neuritis, Iridozyklitis, Keratitis, Skleritis usw. Ohren: akute und chronische Mittelohrentzündungen, vom Ohr ausgehende Gleichgewichtsstörungen (Menière), Ohrensausen und andere Ohrgeräusche (Tinnitus), Schwerhörigkeit. Nase: Heuschnupfen, Ozaena, chronischer Schnupfen, Verlust des Geruchsvermögens, Nebenhöhleneiterungen. Hals: Schilddrüsenvergrößerung mit oder ohne Schilddrüsenüberfunktion, Nervosität mit Heulzwang und Angstzuständen, chronische Mandelentzündungen, Druck- und Fremdkörpergefühl im Hals sowie Peitschensyndrom nach Auffahrunfällen.
Brust, Bauch & Gefäße
Brust: Bronchialasthma, Herzasthma, Angina pectoris, Herzstiche, Herzbeklemmung, Zustand nach Herzinfarkt, Herzneurose, Herzmuskelentzündung, Silikose, Emphysem und gewisse Formen der Lungentuberkulose. Bauch: Leber- und Gallenleiden, Beschwerden nach Gelbsucht, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre, Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, Magenneurose, chronische Verstopfung, chronischer Durchfall, Kolitis. Gefäße: arterielle und venöse Durchblutungsstörungen, Krampfadern, Unterschenkelgeschwüre.
Unterleib & Haut
Unterleib: Bei Frauen Entzündungen der Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke, Periodenschmerzen, Ausfluß, Beschwerden nach Fehlgeburten oder schweren Entbindungen, Kinderlosigkeit, sexuelle Störungen, Schwangerschaftserbrechen, Neigung zu Fehlgeburten. Beim Mann Prostatavergrößerungen und -entzündungen, Impotenz, Nierenerkrankungen, Blasenleiden wie Reizblase und Bettnässen. Haut: chronische Hautleiden wie Ekzem, Narbenschmerzen, Keloidnarben, Entzündungen aller Art, After- und Scheidenjuckreiz, Hämorrhoidenbeschwerden, Thrombosen, Furunkel, Schmerzen nach Gürtelrose, Warzen, schlecht heilende Wunden und offene Beine.
Hinweis: Die Themenkarten ersetzen keine ärztliche Beratung. Sie strukturieren die Einsatzbereiche der Originalseite und machen die langen Listen besser scanbar.

03 · Fragen und Antworten

Häufig gestellte Fragen und ihre Antworten

Sie sind Patientin, Patient, Ärztin oder Arzt und haben Fragen zur Neuraltherapie? Die wichtigsten Antworten der Originalseite sind hier kompakt als Akkordeon aufbereitet.

Mir wurde eine Neuraltherapie empfohlen. Was ist Neuraltherapie?
Neuraltherapie ist die Behandlung von chronischen, aber auch akuten Erkrankungen mit einem Lokalanästhetikum wie Procain, das die körpereigenen Heilungskräfte anregt. Dies geschieht sowohl durch Behandlung im Bereich der Beschwerden (Segmenttherapie), als auch durch Ausschaltung sogenannter Störfelder, die Fernwirkung haben (Störfeldtherapie-Sekunden-Phänomen).
Ist die Neuraltherapie gefährlich? Welche Nebenwirkungen treten auf?
Die Neuraltherapie ist ein Verfahren der Regulationsmedizin und hat daher laut Originalseite kaum Nebenwirkungen. Einzig ganz selten auftretende Allergien auf Lokalanästhetika wie Procain oder Lidocain zwingen zum Abbruch der Behandlung. Voraussetzung für eine komplikationslose Behandlung ist ein gut ausgebildeter Arzt, der im Umgang mit der Neuraltherapie langjährige Erfahrung hat.
Spritzen Sie auch Cortison?
Nein. Die Originalseite beschreibt, dass mit Procain ein regulierender Ansatz verfolgt wird. Cortison unterdrückt und hat Nebenwirkungen, Procain reguliert dagegen äußerst nebenwirkungsarm das Vegetative Nervensystem.
Wie geht es nun weiter bei der nächsten Therapiesitzung? An welche Stellen spritzen Sie?
Das sagen Sie uns. Zu Beginn wird in der Regel eine neuraltherapeutische Behandlung im Beschwerdebereich durchgeführt. Im späteren Verlauf können unter Umständen auch weit entfernte Regionen behandelt werden. Dies ergibt sich aus den von Ihnen beschriebenen Reaktionen auf die neuraltherapeutische Behandlung.
Ist Procain giftig?
Procain zerfällt am Ort der Injektion binnen weniger Minuten in zwei Bestandteile, die laut Originalseite für den Körper ungiftig sind. Procain muss deswegen vom Körper nicht entgiftet werden wie andere Medikamente. Dies ist mit ein Grund, warum Procain verwendet wird.
Tut die Behandlung weh?
Der eventuell zu spürende Injektionsschmerz wird durch die Besserung der Beschwerdesymptomatik in der Regel gut toleriert.
Ist die neuraltherapeutische Behandlung auch für Kinder geeignet?
Im Prinzip ja. Dies sollte im Einzelfall mit den Eltern des Kindes besprochen werden.
Ich nehme Marcumar/ASS 100, kann ich dann eine neuraltherapeutische Behandlung vornehmen lassen?
Dies sollten Sie auf jeden Fall dem behandelnden Arzt vor der Behandlung mitteilen. Im Falle von Aspirin empfiehlt die Originalseite das Absetzen 10 Tage vor tiefen Injektionen; oberflächliche Injektionen sind möglich. Dies sollte der behandelnde Neuraltherapeut individuell entscheiden. Bei Marcumar-Einnahme sollte der INR-Wert grundsätzlich nicht unter 1,2 liegen. Dies entspricht einem Quick-Wert von 50 %.

Diese Informationen dienen der Orientierung und ersetzen nicht die persönliche ärztliche Beratung.

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